27.11.2015

60 Jahre vbba – Gewerkschaft Arbeit und Soziales:

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit in Jobcentern gefordert

Foto: Manfred Feit
Foto: Manfred Feit

Die immer mehr auseinanderdriftende Bezahlung in den Jobcentern ist „ein Ärgernis“ und muss beseitigt werden. Das hat der Zweite Vorsitzende des dbb, Willi Russ, bei einer Festveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen der vbba – Gewerkschaft Arbeit und Soziales am 27. November 2015 in Nürnberg betont.

Die kommunalen Arbeitgeber dürften sich nicht länger um dieses Thema herumdrücken. Der dbb beamtenbund und tarifunion habe in zurückliegenden Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) dieses Problem häufig angesprochen und auf eine Lösung gedrängt, sei aber damit bei den Arbeitgebern bislang auf taube Ohren gestoßen. „Wir werden aber mit unserer Forderung nicht nachlassen, dass hier dem Grundsatz ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ zum Durchbruch verholfen werden muss“, versicherte Russ.

 

Der dbb Vize würdigte die vor sechs Jahrzehnten gegründete vbba als „maßgebliche und mitgliederstarke Organisation“, die als Fachgewerkschaft in der Bundesagentur für Arbeit (BA) und darüber hinaus wirksam die Interessen der Kolleginnen und Kollegen vertrete und „in Zukunft noch stärker gefordert sein wird“. Der Festakt zum 60-jährigen Bestehen stand unter dem Motto „Flucht – Schutz – Integration – Eine historische Herausforderung“. Selten seien Politik und Gesellschaft so herausgefordert wie durch die aktuellen Entwicklungen, stellte Russ fest und würdigte die Anstrengungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Dienstes, darunter auch in den Arbeitsagenturen und Jobcentern: „Sie alle leisten in dieser Zeit unendlich viel dafür, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigt – ‚es schafft‘!“

 

Der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt komme eine Schlüsselfunktion zu, stellte Russ weiter fest. Viele Unternehmen seien bereit, Flüchtlinge zu beschäftigten, aus- und weiterzubilden. Darin liege einerseits eine Chance zur Fachkräftegewinnung, andererseits biete es den Migranten die Möglichkeit, schnell und eigenständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. „Zugleich sollte überlegt werden, an welchen Stellen bürokratische Hürden für alle Beteiligten reduziert und Förderinstrumente frühzeitig eingesetzt werden können.“ Russ dankte „allen, die sich täglich neben den zahlreichen originären Aufgaben um die Beratung, Vermittlung und Integration in den Arbeitsmarkt bemühen“. Dies erfordere enormen Einsatz und Geschick, konfrontiere mit menschlichen Einzelschicksalen und beschäftige die Kolleginnen und Kollegen weit über den Arbeitstag hinaus. Damit die Integration der Flüchtlinge gelinge, „braucht Deutschland in vielen Bereichen der Verwaltung mehr Personal, viel mehr Personal“, konstatierte Russ. Nach dbb-Schätzungen fehlen dem Staat derzeit fast 180.000 Mitarbeiter. Die Politik müsse Prioritäten setzen und für eine aufgabengerechte Personalausstattung sorgen.

 

Die vbba unter dem Dach des dbb vertritt unter dem Motto „offen – engagiert – nachhaltig“ die Interessen ihrer Mitglieder - Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Beamtinnen und Beamte - in Arbeitsagenturen und Jobcentern. Der dbb werde die Gewerkschaft bei der Durchsetzung ihrer berufspolitischen Forderungen auch künftig nach Kräften unterstützen, versicherte Russ.

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