Frankfurter Erklärung
Einsatz für Tarifpluralität, Mitbestimmung und gewerkschaftliche Vielfalt
Beim Symposium zur Zukunft der Fachgewerkschaften haben mehrere deutsche Fachgewerkschaften aus unterschiedlichen Branchen am 24. November 2025 in Frankfurt am Main gemeinsam mit der vbba die „Frankfurter Erklärung der Fachgewerkschaften“ verabschiedet.
Mit dem Dokument setzen sie ein deutliches Zeichen für die Sicherung der Koalitionsfreiheit, die Bedeutung spezialisierter Interessenvertretung und gegen die expansive Strategie mancher Großorganisationen.
Die Arbeitswelt ist vielfältig – und diese Vielfalt braucht spezialisierte Stimmen.
Die Fachgewerkschaften leisten seit Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag zu branchennahen Tarifverträgen, realitätsnaher Mitbestimmung und der Weiterentwicklung ganzer Berufsgruppen. Diese Differenziertheit sehen die unterzeichnenden Organisationen jedoch zunehmend gefährdet: durch das Tarifeinheitsgesetz, durch politischen Druck zur Vereinheitlichung und durch wachsende Machtbestrebungen großer Gewerkschaften.
Kernforderungen der Frankfurter Erklärung
Die Fachgewerkschaften betonen in sechs zentralen Punkten:
- unantastbare Koalitionsfreiheit: Beschäftigte müssen sich frei in der Gewerkschaft ihrer Wahl organisieren können – ohne strukturellen oder rechtlichen Druck.
- Echte Tarifpluralität: Das Tarifeinheitsgesetz benachteilige besonders spezialisierte Berufsgruppen und müsse dringend neu bewertet werden.
- Gegen gewerkschaftliche Machtpolitik: Gewerkschaften dürften nicht in Branchen vordringen, deren Besonderheiten und Risiken sie nicht kennen.
- Anerkennung der Bedeutung von Fachgewerkschaften: Fachgewerkschaften sind unverzichtbar für passgenaue Tarifabschlüsse, Sicherheit, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen.
- Fachwissen als Zukunftsfaktor: Die Expertise spezialisierter Berufsgruppen müsse stärker in politische und wirtschaftliche Entscheidungen einfließen.
- Mehr politisches Gehör: Fachgewerkschaften fordern eine gleichberechtigte Beteiligung an arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Entscheidungsprozessen.




