02.03.2020

Gemeinsam Zukunft Gestalten...

...im Arbeitgeberservice

Der Arbeitgeber-Service (AG-S) gilt vielen Verantwortlichen in der Bundesagentur für Arbeit als das „Aushängeschild“ für die Vermittlung und Beratung von Unternehmen. Vielfältige Aufgaben, die den Erfolg und den Bestand der BA sichern sollen, werden direkt oder indirekt dem AG-S übertragen.

Die Mitarbeitenden sollen Kontakte zu Unternehmen pflegen, deren Personalbedarf - Arbeitskräfte und Auszubildende - decken, bewerberorientierte Akquise und Vermittlung betreiben, Sofortzugang für Arbeitsuchende anbieten, Programme und Förderleistungen für beide Rechtskreise umsetzen, professionelle Beratung zu den Themen der Zukunft („Strukturwandel durch Digitalisierung“) leisten, Netzwerke aufbauen, Veranstaltungen und Messen zur Imagepflege durchführen und neuerdings als Partner und „Türöffner“ für die Beraterinnen und Berater vor/im Erwerbsleben dienen.

„Arbeitsmarktberatung“, „Weiterbildungsberatung“, „Qualifizierungsberatung“ –  diese Stichworte werden als aktuelle und künftige Schwerpunkte der täglichen Arbeit benannt, aber leider nicht klar abgrenzt.

Alle diese Aufgaben wurden sukzessive durch unterschiedliche Weisungen und Fachkonzepte dem AG-S übertragen. Die Unterstützung durch ein eigenes AG-S-Fachkonzept, adäquate Personalausstattung und eine (an die Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes angepasste) Qualifizierung bleibt die BA aber schuldig.

Der Vorstand der BA hat vor geraumer Zeit das Projekt „Weiterentwicklung im AG-S“ ins Leben gerufen. Es muss jedoch festgestellt werden, dass an diesem Projekt nunmehr seit Jahren gearbeitet wird, Ergebnisse aber immer noch auf sich warten lassen.

Eine klare Prioritätensetzung seitens der Zentrale fehlt – das Gefühl „alles ist gleich wichtig“ führt bei den Kollegen und Kolleginnen vor Ort zu Demotivation, teilweise auch Überforderung. Unsere engagierten Kolleginnen und Kollegen vor Ort sind so gezwungen, eigene Wege zu entwickeln und zu gehen. Immer im Bewusstsein, dass durch die Zentrale zukünftig eventuell andere Schwerpunkte gesetzt werden und damit die eigenen guten Strategien konterkariert werden.

Neben der fehlenden klaren Kommunikation, wie der AG-S aus Sicht der Zentrale künftig agieren soll, fehlen aber auch die notwendigen Ressourcen für einen „professionelles Aushängeschild“.

Wie kann es sein, dass von den Kolleginnen und Kollegen mehr Außentermine für Beratungsleistungen erwartet werden, aber diese auf ihre eigenen PKW zurückgreifen müssen? Die Ausstattung mit Dienstwagen ist überwiegend nur an den Standorten der Hauptagenturen sichergestellt.

Wie kann es sein, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kunden zwar die Onlineangebote und eServices der BA anbieten sollen, selbst aber nicht über moderne Kommunikationsmittel verfügen? Mobile Arbeitsplätze, Smartphones oder Tablets fallen dem IT-Budget zum Opfer.

Wie kann es sein, dass man von den Kolleginnen und Kollegen zwar eine verbesserte Zusammenarbeit mit den internen Schnittstellen erwartet, aber gleichzeitig Personalentzüge realisiert, die die verfügbare Zeitkapazität dafür weiter einschränken?

Nicht ohne Grund realisieren nicht wenige Jobcenter die bewerberorientierte Ansprache von Unternehmen alleine oder bauen gar parallele Strukturen auf. Einen professionellen Eindruck als „Aushängeschild“ hinterlässt es bestimmt nicht, wenn Unternehmen mit mehreren Ansprechpartnern teils zum gleichen Anliegen kommunizieren müssen.

Unsere engagierten Kolleginnen und Kollegen im AG-S erwarten zu Recht, dass mit der Formulierung von hohen Erwartungen auch ein starkes Maß an Unterstützung einhergeht.

Die vbba fordert daher:

  • den zügigen Abschluss des Projektes „Weiterentwicklung im AG-S“ und Kommunikation der Ergebnisse,
  • eine klare Prioritätensetzung für die zu erbringenden Dienstleistungen und eine adäquate Ausstattung mit Personal und Arbeitsmitteln.
  • eine umgehende Befähigung der Kolleginnen und Kollegen im AG-S, inklusive der Teamleitungen, für die zukünftig relevanten Themen.

 

vbba-aktuell vom 02.03.2020 (PDF)