Bundeshauptvorstandssitzung
Intensiver Austausch und neue Impulse
Vom 7. bis 8. November traf sich der Bundeshauptvorstand im Inklusionshotel INCLUDiO Regensburg zu seiner zweiten Sitzung in diesem Jahr.
Traditionell fand im Vorfeld der Sitzung der Austausch mit den Landesgruppen statt – im Mittelpunkt stand diesmal die geplante Satzungsänderung, flankiert von Themen wie Mitgliedergewinnung und Netzwerkpartnerschaften.
Der offizielle Auftakt der BuHaVo erfolgte mit dem satirischen Vortrag „Eine Welt ohne Gewerkschaften – eine Tragikkomödie“, der für einen ebenso humorvollen wie nachdenklichen Einstieg sorgte.
Strukturkommission: Weichenstellung für die Zukunft
Nach einer Schweigeminute für die verstorbenen Kollegen Waldemar Dombrowski und Ulrich Silberbach informierte Bundesvorsitzender Christian Löschner über den aktuellen Stand der Strukturkommission.
Kernidee ist die Umwandlung der vbba in einen eingetragenen Verein (e.V.), was auch eine Anpassung der Satzung und eine Neustrukturierung des Bundesvorstands erforderlich macht.
Die neuen Strukturen wurden gemeinsam mit den Delegierten intensiv und konstruktiv diskutiert.
Zukunftsprojekt Intern (ZuPi)
Volker Zeuner versorgte die Teilnehmenden mit aktuellen Informationen zur Transformation des Personalbereichs.
IT, Strukturen, Produkte und Prozesse mussten im Rahmen ZuPi gleichzeitig angepasst werden. „Wir muten den Kollegen im IS-Bereich einiges zu“, so Zeuner, jedoch könnte man einen Bereich nicht ohne den anderen anpassen.
Aufgrund der Größe und Komplexität hatte man sich entschieden die Transformation in mehreren Wellen umzusetzen. Nachdem das Produktcenter Personalgewinnung am 1. November an den Start ging, werden die Produktcenter Lernen und Nachwuchskräfte am 1. Mai 2026 eingeführt. Die Personal Service Center und Kundenfunktion werden Anfang 2027 starten, deren Einführung auch mit der elektronischen Personalakte einhergehen muss.
Auch die Personalisierung im Rahmen der Transformationen erfolgte in drei Stufen. Es wurden zunächst die Interessen der Mitarbeitenden abgefragt und anschließend in einem intensiven, vielleicht sogar historischen Besetzungsprozess entsprechende Entscheidungen getroffen. Die noch offenen Stellen wurden in der dritten Stufe ausgeschrieben und besetzt.
Die Befähigung der Mitarbeitenden im Internen Service erfolgte individuell entsprechend der vorhandenen Vorkenntnisse. Hauptziel war und ist es die Arbeitsfähigkeit der Kolleginnen und Kollegen sicherzustellen.
Ab 1. Januar startet ebenfalls das Digitale Dienstleistungsportal (DDP), zunächst nur mit der Funktion Wissensmanagement, zukünftig soll es den zentralen Eingangskanal für alle Fragen und Anliegen an Personal, IT und Infrastruktur darstellen.
Auch die Gruppe der BA-Beschäftigten in den gemeinsamen Einrichtungen wird bei der Transformation bedacht. Eine Arbeitsgruppe aus Praktikern der Internen Services und Jobcentern erarbeitet derzeit einen Vorschlag für ein neues SePo. Dieses muss abschließend noch mit dem BMAS abgestimmt werden.
ZuPo LIVE – Prozesse neu denken
Mario Döll stellte den Zuhörern die Ziele des Projektes ZuPo LIVE vor, das am 3. November startete.
ZuPo LIVE ist das Umsetzungsprojekt des ZuPo. Es soll Optimierungen einführen, welche im Konzeptionsprojekt ZuPo für die operative Flächenorganisation der BA im SGB III entwickelt wurden. Ziel ist es die Kundenkernprozesse zu optimieren, modernisieren und noch stärker an den Kundenbedürfnissen auszurichten. Hierfür wurden in einem ersten Schritt die 15 wesentlichsten Kundenanliegen herausgefiltert.
Angesichts des demografischen Wandels – bis 2032 scheiden 40.000 Mitarbeitende aus dem Dienst aus – sollen Prozessstandards eingeführt werden, mit denen Kundinnen und Kunden in jeder Agentur und in jedem OS einheitliche Services und eine hohe Dienstleistungsqualität erleben. Gleichzeitig fördern identische Abläufe die gegenseitige Unterstützung und die Einführung zukünftiger Innovationen im Sinne von „voneinander lernen“.
In das Projekt sollen die Perspektiven der Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeitenden im Erarbeitungsprozess einbezogen werden. Auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen der Zentrale, den Regionaldirektionen und ZuPo LIVE soll die Dienststellen bestmöglich unterstützen.
Tarif und Besoldung
Karsten Staß bot einen Ausblick auf den Tarifbereich, insbesondere auf die aktuelle Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). „Solidarität kennt keine Grenzen“, so das Motto. Wir sind bei dieser Einkommensrunde zwar nicht unmittelbar betroffen, dennoch beteiligen sich die vbba-Mitglieder in ihrer Freizeit aktiv an den geplanten Aktionen.
Am 17. November wird die Forderungsfindung erfolgen. Die Verhandlungen sollten bis 13. Februar (dritte Verhandlungsrunde) abgeschlossen sein.
Ina Kastner und Oliver Gerdelmann blickten zurück auf die Tarifeinigung mit der Bundesagentur für Arbeit. Aktuell steht der 31. Änderungs-Tarifvertrag kurz vor der Unterschrift. Zwar konnte beim Thema Langzeitkonto in Form von Wertguthaben noch keine abschließende Einigung erzielt werden, um aber den Änderungstarifvertrag nicht in Gänze in Frage zu stellen, wurde dem aktuellen Entwurf zugestimmt.
Die in der Einkommensrunde mit Bund und Kommunen ermöglichte 42-Stunden-Woche wurde in den TV-BA nicht übernommen, um Überlastungen bei den Mitarbeitenden zu vermeiden.
Das "Zeit-statt-Geld-Wahlmodell" kann von den Mitarbeitenden ab 1. Januar 2026 bis spätestens 31. August 2026 für den Zeitraum ab 2027 beantragt werden. Nach Abschluss des Tarifvertrages wird die vbba noch eine entsprechende Veröffentlichung herausgeben.
Mit dem neu ins Leben gerufenen Arbeitskreis Tarif soll mehr Transparenz zum Thema Tarif in der Fläche geschaffen werden.
Aus dem Beamtenbereich informierte Christian Löschner über die geplanten Abschlagszahlungen für die Beamtinnen und Beamten ab Dezember 2025. Zukünftig ist die Überarbeitung der Besoldungstabelle geplant, die für alle verbeamteten Kolleginnen und Kollegen Verbesserungen bringen soll.
Der Übergang der Beihilfestelle zur Postbeamtenkrankenkasse hat größtenteils gut funktioniert.
Beteiligungen
Die Aufstellung zu den HJAV-Wahlen wurde von den Delegierten einstimmig angenommen. Die Liste stimmt positiv auf die anstehenden HJAV-Wahlen am 22. April 2026.
Der Haushalt 2026 wurde dem Gremium vorgestellt und ebenfalls angenommen.
Die Rechnungsprüfenden Franziska Richter, Sebastian Weiß und Joachim Morawietz haben in der Bundesgeschäftsstelle alle Ausgaben des ersten Halbjahres 2025 geprüft und konnten die ordnungsgemäße Kassenführung bescheinigen.
Zudem wurden die eingereichten Anträge besprochen und entschieden.
Fazit
Mit einem Ausblick auf die Termine im kommenden Jahr verabschiedete Christian Löschner die Teilnehmenden des Bundeshauptvorstandes und bedankte sich für das konstruktive und kollegiale Miteinander.
Ein Dank gilt auch den Moderaten Steph Rau und Ingo Wagner, welche gewohnt souverän durch die Veranstaltung führten.
Die zweite Bundeshauptvorstandssitzung 2025 stand ganz im Zeichen der Veränderung und Zukunftsgestaltung – mit klaren Schritten hin zu moderneren Strukturen, transparenteren Prozessen und einer starken, zukunftsfähigen Organisation.




