• Bundestarifkommissionsmitglied Karsten Staß (l.) und der dbb-Vorsitzende Volker Geyer führen die Demonstration vor dem Kongresshotel Potsdam. Foto: Karsten Staß
  • Zeitintensive und mühselige Verhandlungsrunden hat die Bundestarifkommission im Kongresshotel Potsdam erfolgreich abgeschlossen. Foto: Karsten Staß

Kompromiss in dritter Tarifrunde:

Landesbeschäftigte bekommen 5,8 Prozent mehr Lohn

Nach zähen Verhandlungen mit den Arbeitgebenden vermelden die Gewerkschaften nun einen Abschluss für die Beschäftigten innerhalb der Tarifgemeinschaft der Länder. Mit 5,8 Prozent mehr Entgelt, mindestens 100 Euro, bei einer Laufzeit von 27 Monaten können somit auch alle kommunalen Mitarbeitenden der Jobcenter rechnen, die nach dem TV-L entlohnt werden.

Die Anhebung der Bezüge verteilt sich auf drei Zeitfenster: 2,8 Prozent ab 1. April 2026, zwei Prozent zum 1. März 2027 und ein Prozent ab dem 1. Januar 2028. Die Ausbildungsentgelte werden um 150 Euro angehoben, zudem werden die Kündigungsschutzregelungen im Osten an die alten Bundesländer angeglichen. Die ursprüngliche Forderung von dbb und den anderen Gewerkschaften liegt bei sieben Prozent mehr Entgelt, mindestens 300 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.   

Der Kompromiss in der dritten Verhandlungsrunde ist nach Angaben von dbb-Chef Volker Geyer mühsam errungen worden. Mit dem Abschluss konnte zudem das Ziel einer Angleichung an den Tarifabschluss für Bund und Kommunen im vergangenen Jahr erreicht werden. 

„Die Einkommensrunde 2025/26 der Tarifgemeinschaft deutscher Länder betrifft uns als vbba zwar nicht unmittelbar, da wir tariflich nicht dem TV-L unterliegen“, so dbb-Bundestarifkommissionsmitglied Karsten Staß. „Doch unabhängig davon sind wir als Organisation nicht losgelöst von dieser Tarifauseinandersetzung.“ Innerhalb der vbba gebe es viele Mitglieder, die nach dem TV-L vergütet würden. Diese Kolleginnen und Kollegen seien direkt von der Einkommensrunde betroffen. Daraus leitet Karsten Staß eine klare Verantwortung ab, die Tarifauseinandersetzung aktiv zu unterstützen.

„Gerade im öffentlichen Dienst ist es von zentraler Bedeutung, geschlossen aufzutreten.“ Tarifpolitische Erfolge würden nicht isoliert entstehen, sondern durch Zusammenhalt, Sichtbarkeit und Solidarität über die Tarifgrenzen hinweg. Das Auseinanderdividieren einzelner Bereiche schwäche letztlich alle Beschäftigten. „Der öffentliche Dienst ist nur dann stark, wenn er zusammensteht.“ Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, als vbba Präsenz zeigen und Solidarität praktisch zu leben. 

In den drei Verhandlungsrunden habe man vor der Landesvertretung Baden-Württemberg und vor dem Kongresshotel Potsdam die Unterstützung für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen im TV-L transparent gemacht. „Solidarität ist ein zentrales gewerkschaftliches Prinzip und endet nicht an Tarifgrenzen“, resümiert Karsten Staß. Die vbba-Landesgruppe Berlin-Brandenburg habe die Verantwortung wahrgenommen, öffentlichkeitswirksam Flagge zu zeigen und den Protest auf der Straße sichtbar zu machen.

Text: Bernhard Brügger

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