Ein starkes Signal für Zusammenhalt, Mitbestimmung und Erneuerung
Landesgewerkschaftstag 2025
Am 3. und 4. Juli 2025 versammelten sich rund 50 Delegierte und Gäste der vbba Baden-Württemberg im Sonnenhof Kleinaspach zum diesjährigen Landesgewerkschaftstag. Die zweitägige Veranstaltung bot nicht nur Raum für inhaltliche Diskussionen und Antragsberatungen, sondern auch für intensiven Austausch, strategische Weichenstellungen und einen würdigen Rückblick auf vergangene Entwicklungen innerhalb der Landesgruppe und der Bundesagentur für Arbeit insgesamt.
Gedenken an einen Wegbereiter
Der Auftakt des LGT war von einem Moment der Stille und des Gedenkens geprägt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gedachten in einer Schweigeminute dem verstorbenen ehemaligen Bundesvorsitzenden Waldemar Dombrowski. Sein jahrzehntelanges Engagement, sein ausgeprägter Sinn für gewerkschaftliche Verantwortung und seine menschliche Art hatten die Arbeit der vbba bundesweit geprägt. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, seine Verdienste bleiben unvergessen.
Bericht des Landesvorstands: Engagement und Verantwortung
In den Berichten aus dem Landesvorstand informierten Landesvorsitzender Christian Löschner sowie Roger Zipp und Marius Baisch über die Aktivitäten der vergangenen Monate. Neben zahlreichen Besuchen und Beiträgen auf Personalversammlungen lag ein besonderer Fokus auf der Teilnahme an den Bundeshauptvorstandssitzungen im November 2024 und April 2025. Besonders hervorzuheben war dabei die kommissarische Wahl Christian Löschners zum Bundesvorsitzenden der vbba – ein klares Zeichen für die bundesweite Anerkennung der Arbeit aus Baden-Württemberg.
Mitgliederentwicklung und Finanzlage: Stabilität schafft Spielräume
Die Analyse der Mitgliederentwicklung zeigte eine weiterhin positive und stabile Tendenz. Die vbba Baden-Württemberg konnte insbesondere bei jungen Beschäftigten und Auszubildenden neue Mitglieder gewinnen. Diese Entwicklung ist das Ergebnis kontinuierlicher Nachwuchsarbeit und einer aktiven Präsenz vor Ort. Auch die finanzielle Situation der Landesgruppe ist ausgesprochen solide. Die stabile Haushaltslage sichert nicht nur die laufende Arbeit, sondern ermöglicht auch neue Impulse und Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der vbba.
Aktive Vertretung für Jugend, Frauen und Senioren
Wichtige Impulse kamen auch von den Berichten der verschiedenen Landesvertretungen. Marcel Schuhenn gab einen umfassenden Einblick in die Aktivitäten der vbba Jugend BW. Die gezielte Ansprache von Nachwuchskräften, Aktionen wie dem Azubi-Bowling in Karlsruhe und die Präsenz auf JA-Versammlungen standen im Zentrum seiner Ausführungen. Belinda Altena, Landesfrauenvertreterin, berichtete über Aktionen und Veranstaltungen seit dem letzten LGT und kündigte neue Maßnahmen zur stärkeren Einbindung von Kolleginnen in gewerkschaftliche Arbeit an. Doris Braun, Landesvertreterin der Senioren, schilderte die Bedeutung von Teilhabe und generationsübergreifendem Austausch. Auch nach dem aktiven Dienst bleibe die Stimme der Ruheständler:innen wichtig und geschätzt.
Austausch über künftige Handlungsfelder
Im weiteren Verlauf des LGT wurde intensiv über strategische Planungen diskutiert – unter anderem zur weiteren Stärkung der Jugend- und Frauenarbeit sowie zur Entwicklung der
Handlungsfelder SGB II und SGB III. So standen besonders die Vorbereitungen auf die Jugendwahlen 2026 im Vordergrund. Erste strategische Überlegungen zur Kandidat:innenförderung, Sichtbarkeit in den Dienststellen und gezielter Ansprache wurden angestoßen.
Auch die Planung und Organisation der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Frauen in Heidelberg wurde angestoßen. Altena betonte, wie wichtig es sei, Frauen zu ermutigen, sich aktiv in berufliche und gewerkschaftliche Themen einzubringen – getreu dem Motto der „Mutmacherinnen der vbba“.
Die Delegierten berieten über konkrete Maßnahmen zur Begleitung des organisatorischen Wandels innerhalb der BA, insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung, veränderter Aufgabenverteilungen und wachsender Anforderungen im operativen Bereich. Dabei wurde deutlich: Die vbba will diesen Wandel nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten – im Interesse aller Beschäftigten.
ZuPi und ZuPo im Fokus: Austausch mit der RD BW
Einen wichtigen Einblick in die aktuellen Transformationsprozesse innerhalb der Bundesagentur boten Mathias Auch, Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion BW, sowie Stefan Simon, Personalleiter der RD. In ihren Beiträgen berichteten sie über den aktuellen Stand und die künftige Ausrichtung im Rahmen des Zukunftsprojekts Intern (ZuPi) sowie erste Perspektiven zum Projekt Operativ (ZuPo). Die Gespräche waren geprägt von Offenheit, gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Ziel, praxisnahe und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Michael Friedla informierte über aktuelle Fragen der Einkommensrunde 2025. Als Landesstreikleiter gab er das Ergebnis bekannt und erläuterte den Teilnehmenden den Verlauf der Tarifverhandlungen.
Zudem gab dem LGT einen Input in Sachen Rechtsschutz. Er erklärte, an welche Voraussetzungen die Inanspruchnahme des Rechtsschutzes geknüpft ist und wie der der Prozess verläuft. Er betonte, dass die gewerkschaftliche Rechtsberatung ein zentrales Element der Mitgliedschaft in der vbba sei.
Anträge, Austausch und Perspektiven
Ein weiterer Programmpunkt war die Beratung und Beschlussfassung eingereichter Anträge. In einer offenen Fragerunde berichteten Vertreterinnen und Vertreter des Bundesvorstands (Harry Annuß), der Bundesjugend (Tom Weber), des HPR (Christian Löschner und Roger Zipp) und der HJAV (Ardawan Abdi) sowie des BPR und der BJAV (Holger Simonides und Kim-Jana Thiele) und sowie der örtlichen Gruppen und standen Rede und Antwort.
Die BBBank als verlässlicher Partner
Auch in diesem Jahr durfte die vbba BW auf die Unterstützung ihrer langjährigen Partnerin, der BBBank, zählen. Petra Hasenbrink stellte aktuelle Finanzierungsangebote für Beschäftigte im öffentlichen Dienst vor und informierte über maßgeschneiderte Vorsorgeprodukte. Ihr Besuch wurde als Ausdruck der bewährten Zusammenarbeit zwischen der vbba und der BBBank gewertet – eine Kooperation, die viele Mitglieder im Alltag konkret unterstützt.
Ein starker inhaltlicher Tag fand seinen stimmungsvollen Abschluss in einem gemeinsamen Abendessen – mit vielen Gesprächen, Wiedersehen und gegenseitiger Motivation. Besonders intensiv wurde der Austausch in der Dorfdiele fortgesetzt: Mit einem „großen Aufgebot“ von Delegierten und Gästen war dieser Abend geprägt von echtem Zusammenhalt, informellen Netzwerken und persönlicher Wertschätzung – ganz im Sinne einer starken Gemeinschaft.
Blick in die Zukunft: Neuaufstellung 2026
Zum Abschluss kündigte der Landesvorstand an, dass es im kommenden Jahr zu einer Neuaufstellung der Landesgruppe kommen wird. Bereits jetzt laufen erste Gespräche zur strukturellen und personellen Neuausrichtung. Ziel sei es, frühzeitig neue Verantwortungsträger:innen zu gewinnen, frische Impulse zu ermöglichen und gleichzeitig die Kontinuität erfolgreicher Arbeit sicherzustellen.
Fazit
Der Landesgewerkschaftstag 2025 war geprägt von Respekt gegenüber dem Geleisteten, einem konstruktiven Austausch über Herausforderungen der Gegenwart und der entschlossenen Bereitschaft, die Zukunft aktiv zu gestalten. Die vbba Baden-Württemberg zeigte sich erneut als starke, engagierte und strategisch denkende Interessenvertretung – gut aufgestellt für das, was kommt.





