
Es ist noch gar nicht lange her, dass wir mit Bund und Kommunen die Einkommensrunde 2025 und für die Übertragung auf den TV-BA erfolgreich verhandelt haben.
Die Einkommensrunde 2025/26 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) liegt jetzt vor uns.
Wieder einmal gilt: Wir stehen vor einer außergewöhnlich schweren Einkommensrunde. Die TdL- Runde findet unverändert im Kontext gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Anspannungen statt.
Worum geht es?
Konkret geht es um den Tarifvertrag der Länder (TV-L).
Unsere Kolleginnen und Kollegen (Land und Kommunen) die in den Jobcentern seit Jahren einen zuverlässigen Dienst verrichten, gilt es nun solidarisch zu unterstützen.
Sie haben einen Anspruch auf angemessene Einkommen und gute Arbeitsbedingungen. Das gilt – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels – auch für den Nachwuchs.
Am 03. Dezember 2025 starten die Verhandlungsrunden (ohne Schlichtungsvereinbarung).
Doch bevor die die dbb Gremien (vertreten für die vbba Heidrun Osang, Schwerthfeger Gabriele, Manfred Klar und Karsten Staß) am 17. November 2025 die Forderungen beschließen, hat der dbb im September bundesweit sechs Regionalkonferenzen (Köln, Mainz, Leipzig, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg) organisiert. Die Regionalkonferenzen sollen vom „Wir“ leben. Es ist somit die Erwartungshaltung, Forderung und Durchsetzungsfähigkeit in Einklang zu bringen.
Hinweis:
Die vbba ist nicht an den Regionalkonferenzen eingebunden. Weiterhin sind wir in dieser Einkommensrunde nicht unmittelbar betroffen. Für die Kolleg/innen (TV-BA) besteht Friedenspflicht.
Eine solidarische Unterstützung unserer Kolleg/innen (TV-L) kann von den Kolleg/innen (TV-BA) in der Freizeit (Guthabenausgleich/ Urlaub) erfolgen.
Egal, ob Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, Beamtin oder Beamter: Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes können nur zusammen Erfolg haben.
Regionalkonferenzen
Der September stand ganz im Zeichen der Regionalkonferenzen. Bundesweit fanden sechs intensive und gut besuchte Veranstaltungen statt – ein sehr gelungener Auftakt in eine Einkommensrunde, die die dbb Familie in den kommenden Monaten stark fordern wird.
Der Austausch zur Tarifrunde bleibt weiterhin sehr eng. Ein wichtiges Kommunikationsinstrument ist hierbei die Streikleitendenkonferenz, in der Karsten Staß die vbba vertritt. Dort wird konkret besprochen, wie wir unser Aktionspotenzial weiter verbessern und koordinieren können.
Aktuell nimmt der dbb zwei gegensätzliche Entwicklungen wahr:
Einerseits braucht der Staat dringender denn je einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst, der den sozialen Rechtsstaat sichtbar trägt.
Andererseits zeigt sich die Politik bislang wenig bereit, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Da bei den kommenden Verhandlungen vor allem die Finanzministerien am Tisch sitzen werden, müssen wir uns auf eine harte Auseinandersetzung einstellen – flächendeckend und in allen Bereichen.
Im November wird die Bundestarifkommission (BTK) die Forderungen zur Tarifrunde diskutieren und beschließen. Aus den Regionalkonferenzen sind wertvolle Rückmeldungen eingegangen – sowohl zu den zentralen Themen als auch zu Punkten, die perspektivisch nicht aus dem Blick geraten dürfen.
Unsere Forderung: 7 %, mindestens 300 Euro

Am 17. November hat die Bundestarifkommission des dbb die Forderungen in der Einkommensrunde 2025 / 2026 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) beschlossen.
Die Kernforderung:
Entgelt:
- Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten
- Erhöhung der Zeitzuschläge gemäß § 8 Abs. 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte und Errechnung auf der Basis der individuellen Stufe, mindestens jedoch der Stufe 3
- Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden, Praktikantinnen und Praktikanten um 200 Euro monatlich
Auszubildende und Studierende:
- Übernahme der Auszubildenden und dual Studierenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung unbefristet und in Vollzeit im erlernten Beruf
- Tarifierung der Arbeitsbedingungen der studentischen Beschäftigten, insbesondere: einheitliches Mindeststundenentgelt von 17 Euro im ersten Beschäftigungsjahr, 18 Euro im zweiten Beschäftigungsjahr und 19 Euro ab dem dritten Beschäftigungsjahr (Beginn ab dem ersten Arbeitsvertrag); Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten für jeden einzelnen Vertrag; Mindeststundenumfang von 40 Stunden pro Monat (Unterschreitung nur auf Antrag der Beschäftigten)
Die Tarifverhandlungen starten am 3. Dezember 2025 in Berlin und werden am 15./16. Januar 2026 in Potsdam fortgesetzt, wo sie in der dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar 2026 auch enden werden.


Verhandlungsauftakt ohne Arbeitgeberangebot
Am 3. Dezember hat die Einkommensrunde 2025/2026 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin begonnen. Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen und Erwartungen im Detail vorgestellt und begründet. Die Arbeitgeberseite hat kein Angebot vorgelegt und stattdessen die Gewerkschaftsforderungen zurückgewiesen. Der TdL-Verhandlungsführer Dr. Andreas Dressel nannte die Gewerkschaftsforderungen „astronomisch“ und „nicht erfüllbar“.
„Die Länderarbeitgeber müssen jetzt die richtigen Prioritäten setzen und die Funktionsfähigkeit des Staates sichern“, erklärte der dbb-Chef Volker Geyer.
„Was wir jetzt brauchen, sind ernsthafte Verhandlungen. Sachargumente statt markiger Worte“, sagte Volker Geyer. „Unsere Forderung nach sieben Prozent, mindestens 300 Euro ist keineswegs ‚ritualisiert astronomisch‘, wie der TdL-Vorsitzende Andreas Dressel behauptet. Das ist der sachlich begründete und angemessene Einstieg in Verhandlungen über konkurrenzfähige, faire und motivierende Einkommensbedingungen im Landesdienst.“
In den nächsten Wochen stehen komplizierte Verhandlungen mit der TdL bevor.
Die zweite Runde findet am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam statt. Spätestens dann erwarten wir von der TdL ein Angebot und konstruktive Verhandlungen. Die Arbeitgeber der Länder müssen sich bewegen, um im Konkurrenzkampf mit den anderen Arbeitgebern im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen zu bestehen und zur Privatwirtschaft aufzuschließen. Der Handlungsbedarf im TV-L und in den mit ihm zusammenhängenden Tarifverträgen ist groß.
Bis zum Beginn der nächsten Verhandlungsrunde wird der dbb bundesweit Aktionen und Warnstreiks durchführen, um den Arbeitgebern deutlich zu machen, dass wir geschlossen hinter unseren Forderungen stehen. Auch die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger sind aufgerufen, sich in ihrer Freizeit an den Aktionen zu beteiligen.
Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein.
Eine dritte Verhandlungsrunde wurde für die Zeit vom 11. bis 13. Februar 2026 ebenfalls in Potsdam vereinbart.



Eine Tariferhöhung ist kein Weihnachtsgeschenk
Rund 200 Beschäftigte haben am 18. Dezember in Berlin für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Mit einem Demozug vom Brandenburger Tor zur Berliner Senatsverwaltung für Finanzen und anschließender Kundgebung bekräftigten die Kolleginnen und Kollegen ihre Forderungen nach 7 Prozent höheren Einkommen mindestens aber 300 Euro mehr, sowie weiteren Verbesserungen für die Beschäftigten der Länder.
Andreas Hemsing, zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, verdeutlichte den Ernst der Lage: „Einkommensrunden sind nie einfach, aber diesmal wird es besonders herausfordernd.“
In der ersten Verhandlungsrunde hatte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) kein Angebot vorgelegt. „Nicht nur das: Sie hat unsere berechtigten Forderungen als astronomisch bezeichnet.“
Zudem hatte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder losgelöst von einem möglichen Ergebnis angekündigt, zukünftige Erhöhungen erst sechs Monate später an die Beamtinnen und Beamten weiterzugeben. „Der Staat verliert immer mehr an Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern. Aber diejenigen, die tagtäglich mit nicht ausreichenden Rahmenbedingungen für Bildung, Sicherheit und Ordnung sorgen, sollen bei so einer Situation in die Röhre schauen.
Wenn die TdL meint, uns in diesem Winter die kalte Schulter zeigen zu können, werden wir ihnen bis zu den nächsten Verhandlungen ordentlich einheizen müssen. Denn eine Tariferhöhung ist kein Weihnachtgeschenk, wir müssen sie hart erkämpfen“, betonte Hemsing.
"Der öffentliche Dienst hält zusammen."
Mit einer Menschenkette aus 600 Leuten haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Kiel für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert.
„Wir zeigen heute deutlich: Der öffentliche Dienst hält zusammen. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen, die Argumente der Politik sind längst abgewetzt“, betonte Kai Tellkamp, Landesbundvorsitzender des dbb schleswig-holstein, am 6. Januar 2026 auf der Kundgebung in Kiel. Zuvor hatten die Beschäftigten eine Menschenkette zwischen dem Finanzministerium und Staatskanzlei gebildet. „Ob in unseren Landesbehörden, in unseren Schulen, im Straßenbetriebsdienst oder bei der Polizei: Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes halten das Land am Laufen – auch bei Eis und Schnee. Da ist es doch nicht zu viel verlangt, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder auch mal Einsatz zeigt, und endlich ein angemessenes Angebot vorlegt“, so Tellkamp. Die Beschäftigten fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr.

Beginn der zweiten Verhandlungsrunde
Am 15. und 16. Januar findet in Potsdam die zweite Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) statt. Nach dem insgesamt enttäuschenden Auftakt der Tarifverhandlungen kommt dieser zweiten Runde eine besondere Bedeutung zu. Sie wird maßgeblich darüber entscheiden, ob in den kommenden Wochen die Voraussetzungen geschaffen werden können, um innerhalb etwa eines Monats zu einem tragfähigen und fairen Tarifkompromiss zu gelangen.
Die Einkommensrunde 2026 steht unter erheblichem Zeit- und Erfolgsdruck. „Ich bin nicht sicher, dass die Arbeitgebenden diese Situation bereits in der notwendigen Deutlichkeit erkannt haben“, erklärte der dbb-Verhandlungsführer Volker Geyer mit Blick auf die anstehenden Gespräche. „Wirklich verantwortungslos wäre es jedoch, auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorzulegen“, betonte der dbb-Bundesvorsitzende vor Beginn der Verhandlungen in Potsdam.
Tarifverhandlungen zu führen bedeutet, Verantwortung für die Beschäftigten und für die Sicherung von Arbeitsplätzen zu übernehmen. Dazu gehört ein ernsthafter Dialog auf Augenhöhe und die Bereitschaft, konstruktive Lösungen zu entwickeln.
Die Landesgruppe Berlin Brandenburg ist stellvertretend für die vbba im Rahmen des vorgegebenen Kontingents die entscheidende Phase der Tarifauseinandersetzung solidarisch begleiten und zur zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam vor Ort Flagge zeigen.


Kein ausreichendes Angebot und kaum Fortschritte
Auch im zweiten Verhandlungstermin der Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam hat die Arbeitgeberseite blockiert. Die TdL hat nach wie vor kein ausreichendes, verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die Entgeltforderungen wurden als deutlich zu hoch zurückgewiesen und eine Laufzeit von zwölf Monaten als deutlich zu kurz bezeichnet. Die Arbeitgeberseite hat, ohne konkrete Zahlen zu nennen, Erhöhungen von knapp über der Inflationsrate bei einer Laufzeit von 29 Monaten in den Raum gestellt, wobei es für das Jahr 2025 Nullmonate geben soll. Damit würden wir deutlich hinter dem TVöD-Ergebnis zurückbleiben. Die Notwendigkeit der geforderten Erhöhung von Zulagen und Zuschlägen wurde angezweifelt.
Lediglich bei Wechselschicht- und Schichtzulagen könnte sich die Arbeitgeberseite Bewegung vorstellen, wobei es keine höheren Zulagen für den Gesundheitsbereich mehr geben soll. Auch hier würden wir aber deutlich hinter dem TVöD und unseren Forderungen zurückbleiben. Die Umsetzung der stufengleichen Höhergruppierung, der Einstieg in eine Novellierung der Entgeltordnung und die Einführung der vollständigen Paralleltabelle für Lehrkräfte werden von der TdL streitig gestellt und sollen vor der nächsten Verhandlungsrunde in einer Arbeitsgruppe weiter besprochen werden. Die längst überfällige Angleichung der Arbeitsbedingungen im Tarifgebiet Ost an das Tarifgebiet West wird abgelehnt, ebenso wie eine Mitgliedervorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder und die Einführung eines Sonderkündigungsrechts für den Sozial- und Erziehungsdienst.
Auch für die dringend benötigten Nachwuchskräfte sind wir in den Verhandlungen bisher kaum weitergekommen. Eine Verbesserung der bisherigen Übernahmeregelung lehnen die Arbeitgeber ab, ebenso eine Übernahme in Stufe 2 und die Einführung eines Mobilitätszuschusses. Die Arbeitsbedingungen für praxisintegriert dual Studierende sollen nach wie vor nicht tarifiert werden. Auch für studentische Beschäftigte soll es keinen Tarifvertrag geben.
Gemeinsam auf die Straße!
Diese Verweigerungshaltung der Arbeitgeber ist ein Weckruf und macht deutlich, dass wir jetzt alle gemeinsam aktiv werden müssen, um für unsere berechtigten Forderungen einzustehen.
Die Warnstreikfreigabe für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Länder der TdL wird noch heute an die vbba Landesgruppen übersandt, Informationen zu einzelnen Aktionen sind auf der Sonderseite des dbb zur Einkommensrunde zu finden.
Auch die Beamtinnen und Beamten von Ländern und Kommunen können sich in ihrer Freizeit an den Aktionen zu beteiligen, ebenso die Versorgungsempfänger/innen.
Wie geht es weiter?
Die Tarifverhandlungen werden vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam fortgesetzt.
Der öffentliche Dienst muss attraktiver werden
500 leere Stühle auf dem Hamburger Rathausmarkt – das Symbol für den Personalmangel im öffentlichen Dienst zeigt, wie ernst die Lage ist.
Gut 800 Landesbeschäftigte untermauerten ihre Forderungen gegenüber den öffentlichen Arbeitgebern mit Demo und ganztägigem Warnstreik.
„Dass am 22.Januar in Hamburg 800 Kolleginnen und Kollegen zusammengekommen sind, ist ein starkes Zeichen. Und mit TdL-Verhandlungsführer Andreas Dressel sitzt der Hauptadressat hier ganz in der Nähe“, rief Andreas Hemsing, zweiter Bundesvorsitzender des dbb und Fachvorstand Tarifpolitik den Demonstrierenden zu und kritisierte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) dafür, bisher nicht konstruktiv verhandelt zu haben. „Bisher hat sich die TdL unfähig gezeigt, ein Angebot vorzulegen und einen Kompromiss zu schmieden. Unser Land hat mehr und Besseres verdient und ihr habt mehr und Besseres verdient! Mit der ´Geiz-ist-geil-Rhetorik´ der Finanzminister werden wir unser Land bestimmt nicht auf Vordermann bringen. Dafür braucht es einen starken öffentlichen Dienst als Stabilisator. Dafür braucht es euch!“
In ihrer Freizeit hatten die Kundgebung zahlreiche Beamtinnen und Beamte besucht. dbb-Landeschef Thomas Treff forderte die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des zu erreichenden Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich: „Signale wie die aus Bayern, die Übertragung ein halbes Jahr zu verzögern, machen euch zu Recht wütend. Eine solche Ignoranz gegenüber eurer wertvollen Arbeit lassen wir uns nicht bieten!“
Michael Adomat, stellvertretender Landesvorsitzender und Landesstreikleiter des dbb hamburg, forderte ein verhandlungsfähiges Angebot: „Unter dem Motto ‚Leere Stühle, volle Tische‘ machen wir heute deutlich, was seit Jahren schiefläuft: In der Stadt Hamburg können über 5.000 Stellen im öffentlichen Dienst nicht besetzt werden, weil der öffentliche Arbeitgeber schlicht nicht konkurrenzfähig bezahlt. Während die Aufgaben immer mehr werden, bleiben Arbeitsplätze unbesetzt – mit spürbaren Folgen für die Bürgerinnen und Bürger.“
Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, machte deutlich: „Die Beschäftigten stellen Tag für Tag die Funktionsfähigkeit unserer Stadt sicher. Doch Wertschätzung zeigt sich nicht in warmen Worten, sondern in konkreten Verbesserungen. Wir brauchen klare Zusagen zur Übernahme, wenn wir Nachwuchs halten wollen.“
Bundesweite Aktionen der dbb-Fachgewerkschaften
Mit vielen kleinen und größeren Aktionen unterstützen die Mitglieder der dbb-Fachgewerkschaften die Verhandlungsführer des dbb, Volker Geyer und Andreas Hemsing. Die Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) 25/26 geht in ihre entscheidende Phase. Deshalb zeigen die Kolleginnen und Kollegen, was sie von der Blockadepolitik der Arbeitgeberseite halten: nichts!
Ab dem 11. Februar 2026 wird in Potsdam wieder verhandelt. Die TdL kann nicht behaupten, den Unmut der Beschäftigten nicht bemerkt zu haben.
Auch Mitglieder der vbba unterstützen die Aktionen, beispielsweise bei der Aktiven Mittagspause in Erfurt am 26. Januar 2026: Frauenpower zeigten die Mitglieder der Fachgewerkschaften im tbb – beamtenbund und tarifunion thüringen. In einer aktiven Mittagspause forderten sie gerechte Bezahlung für Sicherheit, Bildung, Pflege und Verwaltung.
Die Kolleginnen nahmen diese Aktion als Einstimmung auf die zentrale Demonstration vor der Staatskanzlei in Erfurt, die am 3. Februar 2026 stattfinden wird.
Ganztägiger Warnstreik mit Demonstration in Magdeburg
Eine faire Bezahlung ist entscheidend.
Über 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes demonstrierten am 28. Januar in Magdeburg für faire Bezahlung, bessere Perspektiven und Entlastung im Rahmen der Einkommensrunde.
Ulrich Stock, Landesvorsitzender des dbb sachsen-anhalt, kritisierte die Haltung der Länder deutlich: „Attraktivität eines Arbeitgebers beginnt bei der Entlohnung.“ Die häufig vorgebrachte Argumentation der Arbeitgeber wies er zurück: „Die Länder argumentieren oft mit der Sicherheit der Arbeitsplätze. Sicherheit zahlt aber keine Rechnungen.“
Die vbba Landesgruppe SAT zeigt sich solidarisch und zeigt Flagge.

Interview in der WirtschaftsWoche "Geyer über den Staat: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht"
Für den dbb-Chef Volker Geyer ist klar, warum viele Bürgerinnen und Bürger den öffentlichen Dienst "zu teuer" finden. Die Schuld tragen aber nicht die Beschäftigten.
Laut der dbb-Bürgerbefragung meinen das immerhin 50 Prozent der Menschen im Land. Für Geyer ist das aber kein Grund für Zurückhaltung bei Tarifverhandlungen. Im Interview mit der WirtschaftsWoche (Ausgabe vom 2. Februar 2026) erklärte er: "Das Problem ist ein anderes: Die gleiche Umfrage hat ergeben, dass 73 Prozent unseren Staat nicht mehr für handlungsfähig halten. Die Leute zahlen hohe Steuern und Gebühren, erhalten dafür aber oft keine adäquate staatliche Gegenleistung mehr, obwohl die Beschäftigten ihr Bestes geben. Ein Staat, der seine Aufgaben nicht erfüllt, erscheint vielen dann in der Tat als „zu teuer“. Weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt."
600.000 Fachkräfte fehlen
Ein Grund sei die permanente Überlastung der Beschäftigten, so der dbb Bundesvorsitzende weiter: Zwar habe es in den vergangenen Jahren einen Personalzuwachs gegeben, aber: "Schauen Sie sich allein den Bereich der öffentlichen Sicherheit an. Oder Migration und Gesundheitsversorgung. Der Bund beschließt zudem ständig neue Leistungsgesetze, die von Ländern und Kommunen umgesetzt werden müssen. Dafür braucht man mehr Personal. Das ändert aber nichts an den massiven demografischen Problemen, die auf uns zurollen. Nach unseren Berechnungen fehlen schon heute im öffentlichen Dienst rund 600.000 Fachkräfte, darunter allein über 100.000 Lehrkräfte. In den nächsten zehn Jahren gehen 1,4 Millionen Menschen aus dem öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Die Lage ist brandgefährlich."
Wenn der Staat handlungsfähig bleiben wolle, muss er beim Wettbewerb um knappes Personal attraktive Arbeitsplätze bieten, die es mit der Privatwirtschaft aufnehmen können. Deshalb bleibe der dbb auch in der laufenden Einkommensrunde mit den Ländern bei seiner Forderung nach 7 Prozent, mindestens 300 Euro mehr im Monat. "Leider haben die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein abschlussfähiges Angebot auf den Tisch gelegt, lediglich Zahlenspielereien. Wir sind jetzt dabei, unsere Streikmaßnahmen deutlich auszuweiten, etwa bei Unikliniken oder Rechenzentren. Oder bei den Straßenmeistereien."
„Jetzt geht’s um die Wurst“ - Demo in Erfurt
Unter dem Motto „Jetzt geht’s um die Wurst“ haben zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in der Thüringer Landeshauptstadt für höhere Einkommen demonstriert.
Die Landesgruppe Sachsen-Anhalt-Thüringen ist dabei und zeigt sich solidarisch.
Milanie Kreutz, stellv. dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung betonte am 3. Februar auf der Kundgebung: „Die Arbeitgebenden behaupten gerne, dass unsere Forderungen ‚astronomisch‘ seien. Dabei sind unsere Forderungen angemessen. Wir fordern das, was wir verdienen. Das Einkommen der Beschäftigten muss konkurrenzfähig sein und mit der Inflation mithalten können – mindestens.“ Der dbb fordert sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr Einkommen.
Der Landesvorsitzende des thüringer beamtenbundes (tbb) Frank Schönborn ergänzte: „Wer Fachkräfte anwerben und halten will, muss anständig entlohnen. Das gilt für alle Beschäftigten: Sobald das Ergebnis steht, muss es die Regierung zeit- und wirkungsgleiche auf die Beamtinnen und Beamten, Versorgungsempfängerinnen und -Empfänger übertragen. Das ist ein verfassungsrechtliches Gebot.“ Darüber hinaus müssen die Unterschiede zwischen Ost und West endlich beseitigt werden.
Auf der Demo machte Thomas Zeth, stellv. Vorsitzender der dbb Bundestarifkommission, deutlich, wie Bezahlung und Qualität des öffentlichen Dienstes zusammenhängen: „Die Leistung und Verantwortung der Kolleginnen und Kollegen müssen sich auch in der Vergütung widerspiegeln. Investitionen ins Personal sind Investitionen in die Zukunft.“ Jetzt sei die Politik am Zug und solle endlich in den Dialog statt in den Dauerstreit mit dem dbb gehen.
Saskia Grimm, Landesvorsitzende der dbb jugend thüringen, unterstrich: „Junge Menschen entscheiden sich nicht gegen den öffentlichen Dienst wegen des Beamtenstatus, sondern wegen Überlastung und fehlender Wertschätzung. Wer jetzt den Beamtenstatus zurückdrängt, verschärft den Nachwuchsmangel und sendet ein fatales Signal an die nächste Generation.“


Hemsing: „Kein Abschluss ohne angemessenes Angebot!“
„Die zweite Verhandlungsrunde hat gezeigt, dass die Arbeitgebenden offenbar immer noch nicht verstanden haben, dass es uns mit unseren Forderungen ernst ist. Nach der Demo heute sollte endlich klar sein, dass wir nicht zum Spaß hier sind“, sagte dbb-Vize Andreas Hemsing am 5. Februar 2026 auf einer Kundgebung in Stuttgart. Seine Erwartungshaltung an die dritte Verhandlungsrunde ist klar: „Solange es von Seiten der Arbeitgebenden kein angemessenes Angebot gibt, kann es keinen Abschluss geben! Wir fordern sieben Prozent, mindestens 300 Euro.“
Der dbb und der Beamtenbund und Tarifunion Baden-Württemberg (BBW) hatten die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Baden-Württemberg zu einem landesweiten Warnstreik aufgerufen. 4.800 Demonstrierende zogen am Mittag durch die Landeshauptstadt. Der BBW-Landesvorsitzende Kai Rosenberger unterstrich: „Ob Lehrkräfte, Pflegekräfte oder Polizei – die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind die Grundlage für einen handlungsfähigen Staat. Arbeitgebende, die in den Verhandlungen blockieren, blockieren die Funktionsfähigkeit unseres Landes!“
Joachim Weschbach von der bbw jugend erwartet ein klares Bekenntnis zu den Nachwuchskräften: „Den Fachkräftemangel bekommen wir nur in den Griff, wenn wir den öffentlichen Dienst auch für den Nachwuchs attraktiv machen. Auszubildende müssen nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Auch während der Ausbildung müssen sie sich auf die Unterstützung der Arbeitgebenden verlassen können. Deshalb erwarten wir ein kostenloses Deutschland-Ticket oder einen Tankzuschuss in Höhe von 50 Euro.“

"Der Countdown läuft!“
Über 16.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Düsseldorf für höhere Einkommen demonstriert. Der dbb-Chef warnt die Länder eindringlich vor weiteren Blockaden.
„Zu viel Taktiererei und zu wenig politischer Wille“, lautet der Vorwurf des dbb-Bundesvorsitzenden Volker Geyer bei der Großdemonstration in Düsseldorf am 10. Februar 2026 in Richtung an die Adresse der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). „Unser Land steht vor drängenden Herausforderungen, die größer kaum sein könnten. Innen- und außenpolitisch ebenso wie wirtschafts- und sozialpolitisch. Aber egal, welchen dieser Teilbereiche wir betrachten: Nur mit einem starken und gut ausgestatteten öffentlichen Dienst werden wir diese Herausforderungen meistern können. Anstatt symbolische Schlachten über ‚Lifestyleteilzeit‘ oder Verbeamtungen zu führen, muss die Politik endlich die Gegenwart gestalten. Das muss sich endlich auch die TdL klar machen. Noch immer führt man dort die Tarifverhandlungen so, als sei das Ganze ein Gesellschaftsspiel, bei dem der verliert, der sich zuerst bewegt.“
Deshalb stand am Ende seiner Rede vor dem Düsseldorfer Landtag der klare Appell des dbb Chefs: „Morgen wird in Potsdam wieder verhandelt. Dann sollte es direkt konkret und ergebnisorientiert sein.
Mit anderen Worten: Wir brauchen ein echtes Angebot, um bis Freitag zu einem Kompromiss zu kommen. Der Countdown läuft!“

Tage der Entscheidung – wettbewerbsfähig oder abgehängt
Vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam hat der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer die Bedeutung der laufenden Tarifverhandlungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Länder hervorgehoben. Nach seiner Einschätzung wird in dieser Runde eine richtungsweisende Entscheidung getroffen.
Die kommenden Gespräche werden daher als anspruchsvoll eingeschätzt. Entscheidend wird sein, ob in den zentralen Fragen eine tragfähige Einigung erzielt werden kann.
Mit großer Erwartung an das Arbeitgeberangebot sind die Mitglieder der Bundestarifkommission für die vbba in den Verhandlungen eingebunden und werden für die aufgestellte Forderung kämpfen.

Tarifeinigung
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder haben länger gedauert als ursprünglich erwartet. Die Gespräche waren intensiv und von dem gemeinsamen Ziel geprägt, eine tragfähige und verantwortungsvolle Lösung zu erreichen.
Nun ist es soweit: Wir konnten uns auf eine Einigung verständigen. Als Mitglieder der Bundestarifkommission haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten mit großem Engagement daran gearbeitet, ein Ergebnis zu erzielen, das sich in wesentlichen Punkten am Abschluss im TVöD orientiert und damit ein vergleichbares Angebot sicherstellt.
Unser Anspruch war es, für die Beschäftigten der Länder ein faires, ausgewogenes und zukunftsfähiges Ergebnis zu verhandeln. Dieses Ziel haben wir konsequent verfolgt und konstruktiv umgesetzt. Die nun erzielte Einigung schafft Planungssicherheit und stellt eine angemessene Anerkennung der Leistungen der Beschäftigten dar.
Die Bundestarifkommission des dbb hat dem Kompromiss zugestimmt.
Der erzielte Tarifkompromiss für den öffentlichen Dienst der Länder sieht eine lineare Entgelterhöhung um 5,8 Prozent vor und weitere strukturelle Verbesserungen. „Natürlich ist das ein Kompromiss und nicht alle unsere Forderungen konnten wir umsetzen“, erklärte Geyer. „Die Ergebnisse bedeuten aber konkrete und nachhaltige Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen – und das in einer extrem schwierigen politischen und wirtschaftlichen Gesamtsituation. Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen, die dieses Land 24/7 am Laufen halten.“
Strukturelle Verbesserungen konnten die Gewerkschaften ebenfalls durchsetzen. Geyer: „Zum Beispiel die Erhöhung der Wechselschichtzulage, die Angleichung beim Kündigungsschutz Ost an West und ein Ausbildungspaket mit deutlichen Verbesserungen für junge Menschen, die ihre Karriere im öffentlichen Dienst beginnen.“
Die Details der Einigung:
Die Entgelte erhöhen sich wie folgt:
- ab dem 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro monatlich
- ab dem 1. März 2027 um weitere 2 Prozent
- ab dem 1. Januar 2028 um weitere 1 Prozent
Die Ausbildungsentgelte der Auszubildenden, die Entgelte der dual Studierenden und die Tarifentgelte der Praktikantinnen und Praktikanten erhöhen sich wie folgt:
- ab dem 1. April 2026 um 60 Euro
- ab dem 1. März 2027 um weitere 60 Euro
- ab dem 1. Januar 2028 um weitere 30 Euro
Die Entgeltregelungen haben eine Laufzeit von 27 Monaten bis zum 31. Januar 2028.
Für den dbb ist die Einkommensrunde mit dem Tarifabschluss nicht beendet. „Wir fordern die zeitgleiche und systemgerechte Übertragung der Ergebnisse auf die Beamtinnen und Beamten der Länder und Kommunen. Jedem Versuch, bei der Besoldung und Versorgung inhaltlich Abstriche zu machen oder die Umsetzung zu verzögern, werden wir uns massiv widersetzen“, machte der dbb-Chef deutlich.


