
Es ist noch gar nicht lange her, dass wir mit Bund und Kommunen die Einkommensrunde 2025 und für die Übertragung auf den TV-BA erfolgreich verhandelt haben.
Die Einkommensrunde 2025/26 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) liegt jetzt vor uns.
Wieder einmal gilt: Wir stehen vor einer außergewöhnlich schweren Einkommensrunde. Die TdL- Runde findet unverändert im Kontext gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Anspannungen statt.
Worum geht es?
Konkret geht es um den Tarifvertrag der Länder (TV-L).
Unsere Kolleginnen und Kollegen (Land und Kommunen) die in den Jobcentern seit Jahren einen zuverlässigen Dienst verrichten, gilt es nun solidarisch zu unterstützen.
Sie haben einen Anspruch auf angemessene Einkommen und gute Arbeitsbedingungen. Das gilt – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels – auch für den Nachwuchs.
Am 03. Dezember 2025 starten die Verhandlungsrunden (ohne Schlichtungsvereinbarung).
Doch bevor die die dbb Gremien (vertreten für die vbba Heidrun Osang, Schwerthfeger Gabriele, Manfred Klar und Karsten Staß) am 17. November 2025 die Forderungen beschließen, hat der dbb im September bundesweit sechs Regionalkonferenzen (Köln, Mainz, Leipzig, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg) organisiert. Die Regionalkonferenzen sollen vom „Wir“ leben. Es ist somit die Erwartungshaltung, Forderung und Durchsetzungsfähigkeit in Einklang zu bringen.
Hinweis:
Die vbba ist nicht an den Regionalkonferenzen eingebunden. Weiterhin sind wir in dieser Einkommensrunde nicht unmittelbar betroffen. Für die Kolleg/innen (TV-BA) besteht Friedenspflicht.
Eine solidarische Unterstützung unserer Kolleg/innen (TV-L) kann von den Kolleg/innen (TV-BA) in der Freizeit (Guthabenausgleich/ Urlaub) erfolgen.
Egal, ob Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, Beamtin oder Beamter: Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes können nur zusammen Erfolg haben.
Regionalkonferenzen
Der September stand ganz im Zeichen der Regionalkonferenzen. Bundesweit fanden sechs intensive und gut besuchte Veranstaltungen statt – ein sehr gelungener Auftakt in eine Einkommensrunde, die die dbb Familie in den kommenden Monaten stark fordern wird.
Der Austausch zur Tarifrunde bleibt weiterhin sehr eng. Ein wichtiges Kommunikationsinstrument ist hierbei die Streikleitendenkonferenz, in der Karsten Staß die vbba vertritt. Dort wird konkret besprochen, wie wir unser Aktionspotenzial weiter verbessern und koordinieren können.
Aktuell nimmt der dbb zwei gegensätzliche Entwicklungen wahr:
Einerseits braucht der Staat dringender denn je einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst, der den sozialen Rechtsstaat sichtbar trägt.
Andererseits zeigt sich die Politik bislang wenig bereit, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Da bei den kommenden Verhandlungen vor allem die Finanzministerien am Tisch sitzen werden, müssen wir uns auf eine harte Auseinandersetzung einstellen – flächendeckend und in allen Bereichen.
Im November wird die Bundestarifkommission (BTK) die Forderungen zur Tarifrunde diskutieren und beschließen. Aus den Regionalkonferenzen sind wertvolle Rückmeldungen eingegangen – sowohl zu den zentralen Themen als auch zu Punkten, die perspektivisch nicht aus dem Blick geraten dürfen.
Unsere Forderung: 7 %, mindestens 300 Euro

Am 17. November hat die Bundestarifkommission des dbb die Forderungen in der Einkommensrunde 2025 / 2026 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) beschlossen.
Die Kernforderung:
Entgelt:
- Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten
- Erhöhung der Zeitzuschläge gemäß § 8 Abs. 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte und Errechnung auf der Basis der individuellen Stufe, mindestens jedoch der Stufe 3
- Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden, Praktikantinnen und Praktikanten um 200 Euro monatlich
Auszubildende und Studierende:
- Übernahme der Auszubildenden und dual Studierenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung unbefristet und in Vollzeit im erlernten Beruf
- Tarifierung der Arbeitsbedingungen der studentischen Beschäftigten, insbesondere: einheitliches Mindeststundenentgelt von 17 Euro im ersten Beschäftigungsjahr, 18 Euro im zweiten Beschäftigungsjahr und 19 Euro ab dem dritten Beschäftigungsjahr (Beginn ab dem ersten Arbeitsvertrag); Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten für jeden einzelnen Vertrag; Mindeststundenumfang von 40 Stunden pro Monat (Unterschreitung nur auf Antrag der Beschäftigten)
Die Tarifverhandlungen starten am 3. Dezember 2025 in Berlin und werden am 15./16. Januar 2026 in Potsdam fortgesetzt, wo sie in der dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar 2026 auch enden werden.


Verhandlungsauftakt ohne Arbeitgeberangebot
Am 3. Dezember hat die Einkommensrunde 2025/2026 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin begonnen. Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen und Erwartungen im Detail vorgestellt und begründet. Die Arbeitgeberseite hat kein Angebot vorgelegt und stattdessen die Gewerkschaftsforderungen zurückgewiesen. Der TdL-Verhandlungsführer Dr. Andreas Dressel nannte die Gewerkschaftsforderungen „astronomisch“ und „nicht erfüllbar“.
„Die Länderarbeitgeber müssen jetzt die richtigen Prioritäten setzen und die Funktionsfähigkeit des Staates sichern“, erklärte der dbb-Chef Volker Geyer.
„Was wir jetzt brauchen, sind ernsthafte Verhandlungen. Sachargumente statt markiger Worte“, sagte Volker Geyer. „Unsere Forderung nach sieben Prozent, mindestens 300 Euro ist keineswegs ‚ritualisiert astronomisch‘, wie der TdL-Vorsitzende Andreas Dressel behauptet. Das ist der sachlich begründete und angemessene Einstieg in Verhandlungen über konkurrenzfähige, faire und motivierende Einkommensbedingungen im Landesdienst.“
In den nächsten Wochen stehen komplizierte Verhandlungen mit der TdL bevor.
Die zweite Runde findet am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam statt. Spätestens dann erwarten wir von der TdL ein Angebot und konstruktive Verhandlungen. Die Arbeitgeber der Länder müssen sich bewegen, um im Konkurrenzkampf mit den anderen Arbeitgebern im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen zu bestehen und zur Privatwirtschaft aufzuschließen. Der Handlungsbedarf im TV-L und in den mit ihm zusammenhängenden Tarifverträgen ist groß.
Bis zum Beginn der nächsten Verhandlungsrunde wird der dbb bundesweit Aktionen und Warnstreiks durchführen, um den Arbeitgebern deutlich zu machen, dass wir geschlossen hinter unseren Forderungen stehen. Auch die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger sind aufgerufen, sich in ihrer Freizeit an den Aktionen zu beteiligen.
Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein.
Eine dritte Verhandlungsrunde wurde für die Zeit vom 11. bis 13. Februar 2026 ebenfalls in Potsdam vereinbart.



Eine Tariferhöhung ist kein Weihnachtsgeschenk
Rund 200 Beschäftigte haben am 18. Dezember in Berlin für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Mit einem Demozug vom Brandenburger Tor zur Berliner Senatsverwaltung für Finanzen und anschließender Kundgebung bekräftigten die Kolleginnen und Kollegen ihre Forderungen nach 7 Prozent höheren Einkommen mindestens aber 300 Euro mehr, sowie weiteren Verbesserungen für die Beschäftigten der Länder.
Andreas Hemsing, zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, verdeutlichte den Ernst der Lage: „Einkommensrunden sind nie einfach, aber diesmal wird es besonders herausfordernd.“
In der ersten Verhandlungsrunde hatte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) kein Angebot vorgelegt. „Nicht nur das: Sie hat unsere berechtigten Forderungen als astronomisch bezeichnet.“
Zudem hatte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder losgelöst von einem möglichen Ergebnis angekündigt, zukünftige Erhöhungen erst sechs Monate später an die Beamtinnen und Beamten weiterzugeben. „Der Staat verliert immer mehr an Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern. Aber diejenigen, die tagtäglich mit nicht ausreichenden Rahmenbedingungen für Bildung, Sicherheit und Ordnung sorgen, sollen bei so einer Situation in die Röhre schauen.
Wenn die TdL meint, uns in diesem Winter die kalte Schulter zeigen zu können, werden wir ihnen bis zu den nächsten Verhandlungen ordentlich einheizen müssen. Denn eine Tariferhöhung ist kein Weihnachtgeschenk, wir müssen sie hart erkämpfen“, betonte Hemsing.
"Der öffentliche Dienst hält zusammen."
Mit einer Menschenkette aus 600 Leuten haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Kiel für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert.
„Wir zeigen heute deutlich: Der öffentliche Dienst hält zusammen. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen, die Argumente der Politik sind längst abgewetzt“, betonte Kai Tellkamp, Landesbundvorsitzender des dbb schleswig-holstein, am 6. Januar 2026 auf der Kundgebung in Kiel. Zuvor hatten die Beschäftigten eine Menschenkette zwischen dem Finanzministerium und Staatskanzlei gebildet. „Ob in unseren Landesbehörden, in unseren Schulen, im Straßenbetriebsdienst oder bei der Polizei: Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes halten das Land am Laufen – auch bei Eis und Schnee. Da ist es doch nicht zu viel verlangt, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder auch mal Einsatz zeigt, und endlich ein angemessenes Angebot vorlegt“, so Tellkamp. Die Beschäftigten fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr.
