10.06.2016

In vielen Jobcentern ist Personaldecke im Leistungsbereich zu kurz!

Personalbemessungsprojekt muss fortgeführt werden!

Nach unseren Erkenntnissen ist die Personalausstattung im Leistungsbereich in vielen Jobcentern nicht ausreichend. Diese Erkenntnis haben wir in der Vergangenheit wiederholt kommuniziert, allerdings hat es seitens der BA und der kommunalen Seite keine Abhilfe gegeben. So haben wir und viele tausend Kolleginnen und Kollegen die Hoffnung auf das Instrument der Personalbemessung gelegt.

Nun jedoch erreichte uns die Information, wonach die BA ihr Veto gegen die Fortführung des Personalbemessungsprojekts eingelegt hat. Die Begründung ist inakzeptabel und mutet fast satirisch an. So wird seitens der BA ausgeführt, dass man kein System methodischer Personalbemessung befürworte, da die Erfahrungen belegen, dass damit keine Potentiale für Verbesserungen, sondern im Regelfall Stellenbedarfe ausgewiesen würden.

Hört, hört: Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Das ist ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Kolleginnen und Kollegen!

Wir stellen seit Jahren zunehmende Belastungen fest - durch:

  • dauernde Rechtsänderungen
  • Umsetzung von vielfältiger Rechtsprechung
  • sperrigen Umgang mit alter und neuer Software (z.B. ERP und ALLEGRO)
  • das verbindliche Vier-Augen-Prinzip
  • komplexer und volatiler werdende Erwerbsbiografien

Wir fordern im Interesse unserer Kolleginnen und Kollegen, die mit dem Rücken zur Wand stehen und im Interesse der Menschen, die die Leistungen dringend benötigen, von der BA, dem Bund-Länder-Ausschuss und der Haushalts- und Sozialpolitik:

  • eine ehrliche Weiterführung des Personalbemessungsprojekts
  • eine Umsetzung der Zusatzbedarfe (und die gibt es...)
  • Finanzierung des erhöhten Personalbedarfs

vbba-Gewerkschaftschef Waldemar Dombrowski bezieht klare Kante: "Es darf nicht sein, dass hier auf Kosten der überlasteten Kolleginnen und Kollegen und der Menschen, die auf die Leistungen existenziell angewiesen sind, bewusst weggeschaut wird."

 

vbba-aktuell vom 10.06.2016 (PDF)