07.11.2016

vbba benennt Schwachstellen und stellt klare Forderungen

Steuerung und Controlling: Es muss wesentlich besser laufen!

Derzeit findet in der BA der Planungsprozess für 2017 statt. Entgegen des vorgesehenen Verfahrens sind in der Vergangenheit – und zwar nicht nur in wenigen Einzelfällen – einige Prozessschritte aus Sicht der Beschäftigten fragwürdig gelaufen und haben für erhebliche Irritationen gesorgt.

Nach der Einsendung der ersten Entwürfe sind die Zielangebote bis Anfang Dezember 2016 zu melden. Damit es fair und besser zugeht und der Zielvereinbarungsprozess überhaupt diesen Namen verdient, fordern wir:

  • Die Teams sind frühzeitig und mit ausreichend Zeit für eine fundierte Diskussion einzubinden. Dies ist die Grundlage für einen sachgerechten und mitarbeiterorientierten Bottom-up-Prozess.
  • Das Gegenstromverfahren durch  die Zentrale und die Regionaldirektionen darf nicht durch vorzeitige Vorfestlegungen dazu führen, dass der Bottom-up-Prozess ad absurdum geführt wird. Dadurch werden fundierte Argumente der Arbeitsagenturen nicht berücksichtigt und die Kolleginnen und Kollegen verärgert und frustriert.
  • Bei der Erörterung der Zielausprägungen zwischen Zentrale und Regionaldirektionen und Regionaldirektionen und Arbeitsagenturen muss es sich um einen fachlichen Diskurs handeln, bei dem Sachargumente absolut im Vordergrund stehen müssen! Hierarchie orientierte Entscheidungen werden dem Prozess der Zielvereinbarung nicht gerecht.
  • Unterjährige Zielveränderungen (Beispiel: 60:40 bei den Eintritten in Maßnahmen) unterlaufen bestehende Vereinbarungen und führen tendenziell zu Aktionismus, der in der Gesamtbetrachtung mehr schadet als nützt.
  • Nachdem es aufgrund der Kritik von vbba und  HPR vor einigen Jahren zu einer leichten Reduzierung von Steuerungsimpulsen und Weisungen kam, stellen die Kolleginnen und Kollegen fest, dass Regionaldirektionen erneut einen Trend zum „Klein-klein“ haben und Steuerungsimpulse und Berichtsfluten wieder zugenommen haben. Mitunter wird in unzulässiger Weise in das „Wie?“ der Zielerreichung eingegriffen. Damit muss Schluss sein!
  • Eine immer größere Zahl von Hilfskennziffern/Kennziffern wird mit großem Aufwand in den Fokus genommen, was die Zahl der „faktischen Ziele“ gegenüber dem offiziellen BA-Zielsystem und dem Vorstandsbrief stark erhöht. Beispielhaft seien Datenselbsteingabe, online-Alg-Antragstellung und Eintritte in Maßnahmen genannt.
  • In einem Zielsystem, das den komplexen Arbeits- und Ausbildungsmarkt abzubilden versucht, können Konkurrenzen zwischen den Zielen bestehen. So weit, so gut. Aber vermehrt haben die Kolleginnen und Kollegen vor Ort den Eindruck, dass man alles gleichzeitig und in vollem Umfang erreichen soll/muss. Das ist natürlich so unrealistisch wie die Fünf-Jahres-Pläne in der staatlichen Planwirtschaft. Wir fordern, im Aushandlungsprozess eine sachgerechte Balance zu finden!

Nur realistische Ziele können ambitioniert und motivierend sein. Wir benötigen die Motivation unserer Kolleginnen und Kollegen, um unsere öffentlichen Aufgaben erfolgreich zu bewältigen!

 

vbba aktuell vom 07.11.2016 (PDF)