04.02.2019

Lebensbegleitende Berufsberatung als richtiger Weg

vbba-Fachkommission stellt jedoch Forderungen für nachhaltigen Erfolg

Unsere Fachkommission LBB tagte vom 25. – 26. Januar in Fulda. Der Fachkommission gehören Kolleginnen und Kollegen aller RD-Bezirke sowie der Pilotagenturen an. Die Fachkommission diskutierte und beriet unter der Leitung des vbba–Bundesvorsitzenden Waldemar Dombrowski sowohl die vorliegenden Ergebnisse der LBB vor dem Erwerbsleben als auch im Erwerbsleben.

 

Als Fachgewerkschaft stellen wir fest bzw. fordern wir:

  • LBB vor und im Erwerbsleben zeigt angesichts der Megatrends und der wachsenden Komplexität im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt in die richtige Richtung. Die bislang vorliegenden Pilotierungsergebnisse belegen, dass sich das Vorhaben grundsätzlich bewährt hat und sich in Zukunft unter bestimmten Voraussetzungen bewähren dürfte.
  • Bemerkenswert ist die hohe Inanspruchnahme der LBB von Ratsuchenden, die erwerbstätig sind; zugleich ist eine hohe Zufriedenheit dieser Personengruppe mit den Beratungsleistungen fest zu stellen. Bereits jetzt zeigt sich der enorme Bedarf innerhalb des Erwerbpersonenpotenzials in unserer Volkswirtschaft; dieser dürfte in Zeiten eines schwächeren, aber auch sich stärker wandelnden Arbeitsmarktes noch größer werden.
  • Die Kooperation von Berufsberatern/Berufsberaterinnen mit wichtigen Netzwerkpartnern, wie zum Beispiel den Berufseinstiegsbegleitern und Schulsozialarbeitern, wird intensiviert und die Verbindlichkeit für Jugendliche und junge Erwachsene erhöht.
  • Die enorme Komplexität der Kundenanliegen, die gestiegene Außenpräsenz und der erhöhte Organisationsaufwand für die Beraterinnen und Berater erfordern eine Bewertung gemäß A11/TE III. Dies gilt selbstverständlich auch für die Reha-Berater/innen!
  • Ungeachtet der Übernahme bestimmter Beratungsfälle durch LBB-Berater/innen verbleibt nach wie vor ein gewichtiger Beratungsanteil bei den Vermittlungsfachkräften. Arbeitsmarktlage, demografischer Wandel und Fachkräftemangel führen vielmehr zu anspruchsvollen und vielschichtigen Vermittlungs- und Beratungsgesprächen – auch in enger Abstimmung mit den AGS.
  • Im Übrigen weisen wir auf unsere gemeinsam mit dem dbb vorgenommene Veröffentlichung zu den Tarifverhandlungen hin.
  • Notwendig ist eine signifikante personelle Mehrausstattung, um den zusätzlichen Aufgaben gerecht werden zu können!
  • Das im LBB – Konzept enthaltene Selbsterkundungstool wird von den Nutzern gut angenommen und in einem hohen Umfang weiterempfohlen. Wir erteilen aber der Auffassung, wonach es angeblich zu Personaleinsparungen führen soll, eine klare Absage! Vielmehr belegen die bisherigen Erfahrungen, dass die darauf basierenden Gespräche relativ anspruchsvoll sind und eine hohe Qualität haben, die mit einem entsprechenden Aufwand verbunden ist.
  • In den Pilotagenturen wurde deutlich, dass die Situation in den Schulen sehr unterschiedlich ist. Mitunter gibt es dort erhebliche räumliche Engpässe. Eine zeitgemäße und gut funktionierende technische Ausstattung ist ebenso unabdingbar wie eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung!
  • Klarheit muss über die Zertifizierungsinhalte und den damit einhergehenden organisatorischen Rahmen geschaffen werden. Die Kolleginnen und Kollegen müssen rechtzeitig erfahren, was auf sie zukommt!
  • Die Erfahrungen zeigen, dass eine gewisse Spezialisierung innerhalb der LBB vor dem Erwerbsleben nach wie vor erforderlich ist, um die jeweilige Kompetenztiefe (z.B. im Bereich des Hochschulbereiches) zu erhöhen und zu erhalten.
  • Wir fordern eine zeitnahe und umfassende Kommunikation nach innen, um alle Kolleginnen und Kollegen des operativen Bereiches mitzunehmen!
  • Zudem sollten die Netzwerkpartner in den Regionen rechtzeitig eingebunden werden

Über die weitere Entwicklung werden wir Sie informieren!

 

vbba-aktuell vom 04.02.2018 (PDF)